Wald Dorstewitz

Das Dorstewitz - langläufig auch "der Doretewitz" genannt -, ist ein teilweise mit Laub- und Nadelwald bedeckter Bergrücken. Die erste urkundliche Nachricht stammt aus dem Jahre 1271, eine spätere Erwähnung sagt aus, dass im Jahre 1446 ein Vorwerk, dass sich hier befand und dem Gut von Schkölen unterstand, verwüstet wurde. Die Schreibweise des Namens ist sehr unterschiedlich: Dorewitz // Dorswitz // Dorstewies // Turewitz // Tarewye // Taschwitz // Torschwitz // Torstewitz // Doretewitz.

Im Dorstewitz befinden sich etwa 40 bronzezeitliche Hügelgräber (1900 - 650 v. d. Zw.). Drei von diesen Gräbern wurden in den 70ziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts von Prof. Kopffleisch aus Jena geöffnet. Die gefundenen Ganz- und Bruchstücke von Urnen, Spitzen, Feuersteinen, Bronzemesser und  Bronzeringe sind im Museum von Jena und Halle aufbewahrt. Diese Hügelgräberanlage ist die größte ihrer Art in Ost-Thüringen.

Bei einer Begehung durch Mitglieder der Fachgruppe Ur- und Frühgeschichte des Kulturbundes im Oktober 1982 wurde festgestellt, dass durch den Bau einer 380-KV-Leitung durch den Starkstromanlagenbau Radebeul drei bronzezeitliche Hügelgräber stark beschädigt bzw. zerstört wurden. Dieses wurde dem Museum für Ur- und  Frühgeschichte Weimar gemeldet und am 03. November 1982 fand eine Besichtigung durch Herrn Möbes aus Weimar statt. Es wurde festgelegt, dass die zerstörten Gräber ausgegraben werden. Am 06. November 1983 wurde mit den Ausgrabungen begonnen. Eine weitere Grabung erfolgte dann im Mai 1986. Die Grabungen wurden am 30. Mai 1986 beendet.

Gefunden wurden ein Gefäß, eine zerbrochene Bronzenadel, Teile einer Urne, bronzezeitliche Scherben, Spuren von Leichenbrand, ein Pfostenloch und weitere Spuren von Bestattungen sowie ein Mahlstein.

Die Urnenreste sowie die 8 cm lange Bronzenadel wurden dem Museum für Ur- und Frühgeschichte Weimar übergeben.

(Quelle: Schkölen, im Juni 1986 - Fritz Frank)